ESRS E5: Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft
Der aktualisierte Standard im Überblick
Die Europäische Kommission hat die überarbeiteten European Sustainability Reporting Standards (ESRS) verabschiedet. Ziel der Überarbeitung ist es, die Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich zu vereinfachen und Unternehmen spürbar zu entlasten. Die neuen Standards befinden sich derzeit im Prüfverfahren des Europäischen Parlaments und des Rates der Europäischen Union.
Nachdem wir bereits die Änderungen des gesamten ESRS-Standardpakets (ESRS Set 1) sowie die Neuerungen der Standards ESRS 2, ESRS E1, E2, E3 und E4 vorgestellt haben, widmen wir uns nun dem Umweltstandard ESRS E5.
Mit ESRS E5 („Resource Use and Circular Economy“) berichten Unternehmen, wie sie Ressourcen einsetzen, Materialströme steuern und Kreislaufwirtschaft in ihren Geschäftsprozessen umsetzen. Der Standard betrachtet dabei den gesamten Ressourcenlebenszyklus – von Ressourceneingängen (Resource inflows) über den Umgang mit Produkten und Dienstleistungen bis hin zu Abfallströmen (Resource outflows).
Die wichtigsten Inhalte im Überblick
- Policies & Kreislauf‑Governance
Welche Prinzipien gelten für Ressourceneffizienz, nachhaltige Beschaffung, Design‑for‑Circularity, Reparierbarkeit, Wiederverwendung und Abfallhierarchie?
- Maßnahmen & Ressourcen
Welche Programme treiben Kreislaufwirtschaft (z. B. Materialsubstitution, Rezyklateinsatz, Rücknahmesysteme, Produktlebensdauer, Abfallvermeidung) und welche Ressourcen sind dafür eingeplant?
- Ziele & Kennzahlen
E5 verlangt Ziele und KPIs rund um Inflows/Outflows (z. B. Rezyklatanteile, Materialeffizienz, Abfallmengen und Verwertungswege).
- Materialströme „end‑to‑end“
Die Herausforderung liegt häufig in der Datenkette: Einkauf/ERP → Produktion/Operations → Produktdaten → Entsorgung/Entsorgungsdienstleister. Genau hier schafft E5 Struktur.
Was ist neu im aktualisierten Standard?
- Vereinfachte Berichterstattung: Weniger Datenpunkte und ein stärkerer Wesentlichkeits-Filter bringen Erleichterungen in der Berichtspflicht.
- Klarere Vorgaben: Die Anforderungen sind verständlicher formuliert – das macht die Berichte lesbarer und nachvollziehbarer.
- Fokus auf relevante Themen: Bei den nicht‑klimabezogenen Umweltstandards (also u. a. E2–E5) kommt es zu einer strukturellen Entlastung über den ESRS 2, da z. B. finanzielle Effekte stärker zentral in ESRS 2 gebündelt werden.
Praxisrelevanz
E5 ist oft ein direkter Hebel für Kosten, Resilienz und Markterwartungen (Rohstoffrisiken, Produktanforderungen, Kreislauf‑KPIs bei Kunden/Finanzierern). Ein gut aufgesetztes E5‑Reporting unterstützt zugleich operative Verbesserungen.
Wenn Sie Unterstützung bei der Umsetzung der ESRS-Anforderungen oder der Nachhaltigkeitsberichterstattung benötigen, stehen Ihnen unsere Sustainability Services gerne beratend zur Seite.
