ESRS E3: Berichterstattung zu Wasser- und Meeresressourcen
Der aktualisierte Standard im Überblick
Die Europäische Kommission hat die überarbeiteten European Sustainability Reporting Standards (ESRS) verabschiedet. Ziel der Überarbeitung ist es, die Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich zu vereinfachen und Unternehmen spürbar zu entlasten. Durch die Reduzierung der verpflichtenden Datenpunkte und klarere Vorgaben sollen die Berichtsanforderungen praxisnäher und effizienter umgesetzt werden. Die neuen Standards befinden sich derzeit im Prüfverfahren des Europäischen Parlaments und des Rates der Europäischen Union.
Nachdem wir bereits die Änderungen des gesamten ESRS-Standardpakets (ESRS Set 1) sowie die Neuerungen der Standards ESRS 2, ESRS E1 und ESRS E2 vorgestellt haben, widmen wir uns nun dem Umweltstandard ESRS E3.
Der ESRS E3 (Water and Marine Resources) ist Teil der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen der CSRD und regelt die Berichterstattung über den Umgang mit Wasser- und Meeresressourcen. Unternehmen müssen offenlegen, wie sie Wasser nutzen – insbesondere im Hinblick auf Wasserentnahme, Wasserverbrauch, Einleitungen und Wasserspeicherung –, welche Auswirkungen sich daraus auf Wasser- und Meeresressourcen ergeben und welche Risiken sowie Abhängigkeiten daraus für ihre Geschäftstätigkeit entstehen. Darüber hinaus sind Strategien, Maßnahmen, Ziele und Kennzahlen zum Wassermanagement zu berichten. Die überarbeitete Fassung vereinfacht die Berichtspflichten und stärkt den Fokus auf wesentliche Informationen.
Die wichtigsten Inhalte auf einen Blick
- Wasser-Governance & Policies
Welche Grundsätze gelten für Wasserverfügbarkeit, Schutz von Gewässern, Qualität, Einleitungen, Standorte in Wasserstress‑Gebieten?
- Maßnahmen & Ressourcen
Welche Projekte reduzieren Entnahmen/Verbräuche, verbessern Kreislaufführung, senken Einleitungen oder erhöhen Resilienz (z. B. Prozesswasser‑Optimierung, Aufbereitung, Notfallkonzepte)?
- Ziele & Kennzahlen (Wasser‑KPIs)
E3 verlangt eine nachvollziehbare Ziel‑ und KPI‑Logik rund um die Wasser‑Nutzung. Im Entwurf wird das über Water metrics als eigener Baustein abgebildet.
- Warum Wasser oft „wesentlich“ wird
Wasser ist regional – Materialität hängt häufig an Standorten/Einzugsgebieten (Wasserstress, regulatorische Limits, Betriebsunterbrechungen). Das macht E3 zu einem Thema, das stark mit Risikomanagement und Standortdaten zusammenhängt
Was ist neu im aktualisierten Standard?
- Vereinfachte Berichterstattung: weniger Datenpunkte und ein stärkerer Wesentlichkeits-Filter bringt Erleichterungen in der Berichtspflicht.
- Klarere Vorgaben: Die Anforderungen sind verständlicher formuliert – das macht die Berichte lesbarer und nachvollziehbarer.
- Fokus auf relevante Themen: Bei den nicht‑klimabezogenen Umweltstandards (also u. a. E2–E5) kommt es zu einer strukturellen Entlastung über den ESRS 2, da z. B. finanzielle Effekte stärker zentral in ESRS 2 gebündelt werden.
Praxisrelevanz für Unternehmen
Wasser entwickelt sich für viele Unternehmen zunehmend zu einem strategischen Faktor. Wasserknappheit, regulatorische Anforderungen und steigende Erwartungen entlang der Lieferkette können operative Abläufe, Investitionsentscheidungen, Genehmigungen und die Reputation eines Unternehmens maßgeblich beeinflussen – insbesondere in wasserintensiven Branchen oder Regionen mit erhöhtem Wasserstress. Der ESRS E3 unterstützt Unternehmen dabei, diese Risiken und ihre Auswirkungen transparent darzustellen und nachvollziehbar zu steuern.
Wenn Sie Unterstützung bei der Umsetzung der ESRS-Anforderungen oder der Nachhaltigkeitsberichterstattung benötigen, stehen Ihnen unsere Sustainability Services gerne beratend zur Seite.
