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11.05.2022

"Schulterblick: Frühjahrsgutachten 2022" diskutiert Auswirkungen von Ukraine-Krise und Lieferengpässen auf die Wirtschaft

Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Dauerstress – unter diesem Motto präsentierten der Digital Campus Zollverein e.V. und die ETL AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft am 09. Mai 2022 von 17 bis 19 Uhr gemeinsam mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer des „RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung“ das „Frühjahrsgutachten 2022“. Die Gemeinschaftsdiagnose zum Zustand der deutschen Wirtschaft und der Weltwirtschaft wird zweimal im Jahr im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz erstellt.

Für die ETL-Gruppe nahm Christoph Tönsgerlemann, Vorstand ETL AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft und Vorstandsmitglied des Digital Campus Zollverein, an der Online-Veranstaltung teil und moderierte die Podiumsdiskussion. Dabei verwies Tönsgerlemann in seiner Begrüßung auch auf die Präsentation des ETL Mittelstandskompass 2022 am 04. Mai, die sich den aktuellen Herausforderungen des deutschen Mittelstands widmete: „Für uns als ETL-Gruppe schließt sich so der Kreis – von den Megathemen des Mittelstands zum heutigen Blick auf die Gesamtwirtschaft“. Dabei seien die Parallelen klar erkennbar. Die Unternehmen in Deutschland und weltweit stünden vor den zentralen Herausforderungen des Fachkräftemangels, der Digitalisierung und der ökologischen Transformation, deren Bewältigung durch die aktuellen Krisen und Konflikte massiv verkompliziert werde.

Die Weltwirtschaft, so der Tenor des Abends, sei durch die Corona-Pandemie ohnehin zurückgeworfen worden. Der russische Überfall auf die Ukraine und seine Folgen, der nicht zuletzt die ohnehin steigende Inflation verstärke, die Rohstoffpreise steigen lasse und die globalen Lieferketten bedrohe sorge nun zusätzlich für ein Klima der Unsicherheit. Das, so Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph M. Schmidt, Präsident des RWI und ehem. Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, gehe in einigen Weltregionen an die Grundlagen der menschlichen Existenz.

In ihrem Frühjahrsgutachten revidieren die an der Studie beteiligten führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihren Ausblick für dieses Jahr deutlich nach unten. Aufgrund der hohen Unsicherheit über die für die deutsche Wirtschaft wichtigen Gaslieferungen aus Russland haben die Institute in ihrem Frühjahrsgutachten zwei Szenarien für die konjunkturelle Entwicklung berechnet. Das eine geht von fortgesetzten Gaslieferungen und keinen weiteren ökonomischen Eskalationen aus (Basisszenario), das andere von einem sofortigen Stopp russischer Gaslieferungen (Alternativszenario).

Im Basisszenario legt das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2022 um 2,7 Prozent zu, im Falle eines Lieferstopps nur um 1,9 Prozent. In ihrem Herbstgutachten waren die Institute noch von einem Zuwachs um 4,8 Prozent ausgegangen. Für das laufende Jahr rechnen die Institute mit einer Inflationsrate von 6,1 Prozent, dem höchsten Wert seit 40 Jahren. Im Falle eines Lieferstopps für russische Energie würden sogar 7,3 Prozent erreicht, der höchste Wert seit Bestehen der Bundesrepublik.

Am Frühjahrsgutachten 2022 haben mitgewirkt:
• Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
• ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. in Kooperation mit der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF)
• Institut für Weltwirtschaft Kiel (IfW Kiel)
• Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)
• RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Kooperation mit dem Institut für Höhere Studien Wien

 

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